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21.01.2016 09:00 Alter: 1 year

Dispatch Center Interface – länderübergreifende Einsatzbearbeitung


Im Rahmen des länderübergreifenden INTERREG-Projektes hat sich eurofunk gemeinsam mit zwei weiteren Herstellern der Herausforderung einer länder- und herstellerübergreifenden Schnittstelle zum Austausch von einsatzrelevanten Daten gestellt.

Gemeinsam mit den beteiligten Leitstellen in Bayern [ILS], dem ÖRK Salzburg und der Leitstelle Tirol wurde das sogenannte Dispatch Center Interface [kurz DCI] spezifiziert und umgesetzt. Im Rahmen von DCI wurden nicht nur technische Details des Datenaustauschs spezifiziert, sondern auch taktisch-organisatorische Aspekte berücksichtigt, welche für die Zusammenarbeit der Leitstellen essenziell sind. Als Herausforderung haben sich in diesem Rahmen vor allem regional, aber auch sachlich unterschiedliche Zuständigkeiten der beteiligten Leitstellen herausgestellt.

Die Umsetzung erfolgte in drei Arbeitspaketen, wobei jeder Hersteller die Verantwortung für eines der Arbeitspakete trug. Am Ende eines jeden Arbeitspaketes stand sowohl ein Hersteller- als auch ein Kundentest, um die geplante Funktionalität abnehmen zu können. Der Datenaustausch basiert auf einem Web-Service, welcher die Daten SSL-verschlüsselt über den SOAP-Standard überträgt. Im Endausbau wird jede beteiligte Organisation über ein sogenanntes DCI-Gateway miteinander verbunden sein. Der Vorteil dieses Gateways liegt darin, dass nicht jede Leitstelle für sich eine Netzwerkverbindung zu den Partnerleitstellen benötigt, sondern vielmehr jegliche Kommunikation über das jeweils zugehörige Gateway geschleust wird.

Mit der neuen DCI-Schnittstelle ist es nun möglich, alle einsatzrelevanten Daten wie beispielsweise Einsatzort, Stichwort, Patienteninformationen oder Daten des Ereignismelders auszutauschen. Ferner können Einsatzmittel der Partnerleitstellen eigenen Einsätzen zugewiesen werden, sofern diese Einsatzmittel aufgrund ihrer Position und ihres Status geeigneter sind als eigene Einsatzmittel. Wird ein leitstellenfremdes Einsatzmittel angefordert, so obliegt es jeweils der organisatorisch zuständigen Leitstelle, das Einsatzmittel für den Einsatz freizugeben und zu alarmieren.

Der so gemeinsam definierte Funktionsumfang wurde von allen Herstellern erfolgreich implementiert und getestet. Der nächste Schritt ist nun, die prototypisch im Projekt umgesetzten Funktionen vollständig in das Produkt ELDIS 3 zu integrieren und für den Produktiveinsatz freizugeben. Auch wird der Funktionsumfang im Rahmen von zwei weiteren Arbeitspaketen nochmals sinnvoll erweitert und optimiert.

Wir freuen uns, damit einen weiteren wichtigen Baustein für eine effizientere Einsatzabarbeitung auch über Ländergrenzen hinweg bereitstellen zu können und danken allen Beteiligten für die engagierte Zusammenarbeit.