Erfolgreicher Markteintritt in die Schweiz!
Ende 2024 gelang eurofunk der Eintritt in einen neuen Markt: die Schweiz. Nach einem Ausschreibungsverfahren hat sich Schutz & Rettung Zürich (SRZ) für eurofunk als Partner entschieden. Den Zuschlag erhielt das Projekt LES – Lifecycle Einsatzleit- & Sprachvermittlungssystem, mit dem SRZ als erste Organisation in der Schweiz mit den Systemen eOCS>CAD und eOCS>COM ausgestattet wird.
Die Projekt-Workshops sind vielversprechend gestartet und geprägt von einer partnerschaftlichen und lösungsorientierten Zusammenarbeit. Im Gespräch gibt Hauptmann Reto Trottmann, Abteilungsleiter der Einsatzleitzentrale von SRZ, Einblicke in die Hintergründe und Erwartungen.
Herr Trottmann, wie ist SRZ auf eurofunk aufmerksam geworden und wodurch konnte eurofunk im Ausschreibungsverfahren überzeugen?
Im Rahmen der Ausschreibung für das Projekt LES präsentierte eurofunk seine Systemlösungen in mehreren Dialogrunden. Besonders überzeugend war die durchgängige, moderne und zukunftsfähige Systemarchitektur, ein Produkt „aus einem Guss“. Auch das eurofunk-Team hinterließ mit seiner Fachkompetenz einen sehr positiven Eindruck. Die finale Entscheidung erfolgte auf Basis klar definierter Kriterien – eurofunk konnte hier als Gesamtpaket überzeugen.
Welche Herausforderungen prägen den Alltag in Ihrer Leitstelle?
Mein Alltag ist geprägt von hoher Dynamik, Entscheidungsdruck und einem großen Maß an Verantwortung. Die Erwartungen an Qualität und Geschwindigkeit in der Notrufbearbeitung steigen stetig, gleichzeitig werden die Einsatzlagen komplexer. Die größte Herausforderung bleibt die Verfügbarkeit von qualifiziertem Fachpersonal: Menschen, die unter Druck die richtigen Entscheidungen treffen und mit modernsten Systemen umgehen können. Hinzu kommt, neue Technologien wie KI gestützte Priorisierungsprozesse sinnvoll in unsere Abläufe zu integrieren, ohne den Menschen aus der Verantwortung zu nehmen.
Was motiviert Sie persönlich in Ihrer täglichen Arbeit?
Ganz klar: die Sinnhaftigkeit. Jeder korrekt erfasste und disponierte Einsatz kann Leben retten. Was wir hier tun, ist mehr als Logistik. Es ist ein sensibles Zusammenspiel aus Kommunikation, Fachwissen und Teamarbeit. Darauf bin ich sehr stolz.
Inwiefern unterstützt das eurofunk-System Ihre Arbeit?
Wir versuchen, Prozesse neu zu denken und die taktischen Anforderungen in technische Prozesse zu übersetzen. Die Produktpalette von eurofunk deckt viele Anforderungen bereits ab. Da es sich um ein Standardprodukt handelt, können wir von den Erfahrungen anderer Kunden profitieren und Synergien schaffen. Gleichzeitig erarbeiten wir im Projekt Inhalte, die es am Markt so noch nicht gibt. Damit leisten wir Pionierarbeit, die auch die Arbeitsweise anderer Leitstellen in Zukunft beeinflussen wird.
Welchen Mehrwert bringt Ihnen das neue System?
Das neue Einsatzleit- und Sprachvermittlungssystem kommt aus einer Hand und ist nahtlos integriert, was Schnittstellenprobleme vermeidet. eOCS basiert auf einer modernen Architektur, erlaubt die Integration bestehender Umgebungen und eröffnet viele Möglichkeiten für die Zukunft. Auch die Benutzeroberfläche bietet Vorteile, etwa durch den Zugriff für Partnerorganisationen, die Daten selbstständig aktualisieren oder Reports generieren können.
Wie ist das Projekt strukturiert und wie sieht der weitere Ablauf aus?
Wir arbeiten nach der bewährten Projektmanagementmethode HERMES. Nach der Initiierungsphase befinden wir uns nun in der Konzeptionsphase. Das Projekt ist in mehrere Teilprojekte gegliedert – ICT & Infrastruktur, Test & Verifikation, Schulung sowie Anwendungen & Prozesse. Nutzer*innen werden frühzeitig eingebunden, um die Software bereits vor dem Produktivstart kennenzulernen. Die Zusammenarbeit mit eurofunk ist dabei sehr konstruktiv und partnerschaftlich.
Welche Auswirkungen hat das Projekt auf die Organisation von SRZ?
Wir versuchen, alle Beteiligten frühzeitig mitzunehmen. Ein Teil ist bereits in Workshops involviert, zudem gibt es einen Kommunikationsplan, um interne und externe Stakeholder regelmäßig zu informieren. Veränderungen in Prozessen sind unvermeidlich. Einige sind schon absehbar, andere ergeben sich im weiteren Projektverlauf. Wichtig ist, diese offen zu kommunizieren und Betroffene rechtzeitig einzubinden.
Können Sie uns einen Einblick in den aktuellen Projektstand geben?
Wir bewegen uns aktuell von der Konzeptions- in die Realisierungsphase. In diesem Schritt werden Anforderungen detaillierter ausgearbeitet und mit UseCases konkretisiert. Vor der finalen Inbetriebnahme-Version wird es mehrere Vorab-Releases geben, die es uns ermöglichen, Tests durchzuführen und sicherzustellen, dass „die Richtung stimmt“.
Zum Abschluss: Wie ist Ihre Leitstelle aufgestellt und welche Entwicklungen sehen Sie für die Zukunft?
Wir verfügen über 50 Arbeitsplätze an zwei Standorten – darunter 22 vollwertige Leitstellenarbeitsplätze, 14 AAPs, neun Redundanzplätze und rund fünf Systemarbeitsplätze. Ein besonders bedeutender Punkt für die Zukunft ist die Möglichkeit, Leitstellenarbeit in bestimmten Szenarien auch von zuhause aus zu leisten, beispielsweise bei Unwettern oder bei kurzfristigem Mehrbedarf. Damit entlasten wir unser Personal vor Ort und erhöhen zugleich die Sicherheit.

