Fit für die ISDN-Abschaltung?

Derzeit wird zügig die ISDN-Telefonie auf IP umgerüstet. Die Telekom hat bereits 2019 öffentlich über die Abschaltungen der ISDN-Anschlüsse informiert und diese sollen nun, auch für den Notruf, durch IP-Anschlüsse ersetzt werden.

Bei eurofunk und unseren Kunden ist die Umstellung auf Voice over Internet Protocol (VoIP) bereits voll im Gange. Die Kommunikationslösung IDDS UCiP entspricht einem modernen und nativen IP-Kommunikationssystem, welches aktuelle und zukünftige Anforderungen an eine Leitstelle vollumfänglich erfüllen kann. Neue IDDS-UCiP-Funktionen erlauben unter anderem die Einbindung von IP-Notrufen in die Kommunikationslösung analog der Spezifikation Technische Richtlinie Notrufverbindungen 2.0, Bundesnetzagentur 2018.

Für die Umsetzung von IP-Notruf in der Kommunikationslösung IDDS UCiP werden folgende Komponenten verwendet:

  • Session Border Controller (SBC)
    Der SBC dient als Trennlinie zwischen dem externen VoIP-Anschluss und dem eigenen IDDS-UCiP-System. Aus Sicherheits- und Interoperabilitätsgründen laufen alle Session Initiation Protocol (SIP) Trunks von Telekom-Providern sowie IP-Telefonanlagen (PABX) von Leitstellen über den SBC.
    Der SBC verhält sich wie ein Router zwischen dem IP-Telefonnetzwerk und dem IDDS-UCiP-System. Dieser erlaubt lediglich autorisierten Anrufen den Zugang zum System und bildet damit einen elementaren Baustein für die IT-Sicherheit. Durch die Vielzahl der unterstützten Funktionen (z. B. Verschlüsselung, Transkodierung von Sprache, Übersetzung von Signalisierungsprotokollen u. v. a. m.) erlaubt der SBC die gleichzeitige Anbindung unterschiedlicher Telefonanlagensysteme.
    Als zentraler Bestandteil in der IP-Anbindung wird der SBC von eurofunk geliefert und die Konfiguration nach außen individuell an die anzubindenden Netze angepasst. Vom SBC werden die SIP-Verbindungen an die zuständigen IDDS UCiP Emergency and Telephone Gateways (ETGA) verteilt. Pro Leitstelle bzw. Technikknoten mit IP-Telefonie-Anbindung gibt es einen SBC Cluster.
    Zu beachten ist, dass nur VoIP-basierende Telefonie-Systeme über den SBC geführt werden. Andere Kommunikationsinfrastrukturen, wie z. B. Sprechanlagensysteme, die neben SIP auch andere Protokolle verwenden, werden in herkömmlicher Weise angebunden.
  • Firewall
    Eine Firewall ist erforderlich, da der SBC die Funktionen einer Firewall nicht ersetzen kann. Die Firewall verhindert unberechtigten Zugriff von außen und schützt das IDDS-UCiP- System vor schadhaften, unberechtigten und fehlerhaften Verbindungen bzw. Paketen. Pro Leitstelle bzw. Technikknoten mit IP-Telefonie-Anbindung gibt es einen Firewall Cluster. Bereits bestehende Firewall Cluster können dafür verwendet und erweitert werden.
  • eurofunk Emergency and Telephone Gateway (ETGA)
    Das eurofunk ETGA verarbeitet externe VoIP-Verbindungen und stellt sie den Anwendern des IDDS UCiP in gewohnter Weise zur Verfügung.

Bei der Notrufanschaltung werden die für den Netzanschluss erforderlichen Endgeräte (Remote Device) vom Netzbetreiber bestimmt und geliefert. Um den IP-Notruf umzusetzen, gibt es von Seiten der Netzbetreiber drei verschiedene Anschlussvarianten.

  • Variante 1 (Silber): Anschluss ohne Mehrwegführung
  • Variante 2 (Gold): Anschluss mit kantendisjunkter Mehrwegführung
  • Variante 3 (Platin): Anschluss mit knotendisjunkter und damit zwangsläufig auch kantendisjunkter Mehrwegführung

Funktionsweise der Variante 3:
Die getrennte Notrufzuführung stellt der Netzbetreiber über Lichtwellenleiter zur Verfügung. Die zwei zugeführten Wege werden im Aktiv/Backup-Modus betrieben und nie zeitgleich genutzt. Realisiert wird dies über das Virtual Router Redundancy Protocol (VRRP). Bei einer Umschaltung wird nur der IP-Transportweg umgeschaltet. Der SIP-Endpunkt im Telekomnetz bleibt derselbe. Eine Umschaltung hat keine Auswirkung auf laufende Gespräche.
Beim Anschluss werden von eurofunk die Komponenten SBC, Firewall, ETGA und Netzwerk (Switch/Router) standardmäßig immer redundant ausgeführt. Damit wird ein Single Point of Failure im eurofunk System ausgeschlossen. Somit werden immer mindestens zwei ETGAs integriert. Je nach Anzahl der anzubindenden SIP Trunks bzw. Kanäle pro SIP Trunk kann es notwendig sein, dass mehr als zwei ETGAs notwendig sind.

Notrufanschaltung Variante 3 – Notruf mit vollredundanter Anbindung

Stand der Entwicklung und Umsetzung
Die Entwicklung der IP-Notruf-Implementierung ist abgeschlossen und als IDDS UCiP Produktrelease verfügbar. Seit 2019 werden mit Netzbetreibern gemeinsame Tests durchgeführt. Die Umstellung der Leitstellen auf IP-Notruf hat mittlerweile begonnen und werden Zug um Zug umgestellt. Um diese Herausforderung zu meistern ist es nötig möglichst rasch Klarheit mit dem Telefonkommunikationsanbieter zu erzielen und eurofunk mit der Umsetzung der Umrüstung zu beauftragen.

In den weiteren Phasen sollen Breitbanddienste entsprechend der Spezifikation Technische Richtlinie Notrufverbindungen 2.0, Bundesnetzagentur 2018, realisiert werden. Diese sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht standardisiert und verfügbar.

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